Deutsche Ornithologen Gesellschaft Fachgruppe Gänseökologie

Die Fachgruppe Gänseökologie der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (DO-G) ist ein Zusammenschluss von ehrenamtlich und professionell arbeitenden Gänseexperten. Die Projektgruppe beschäftigt sich auf regelmäßigen Treffen mit aktuellen Themen aus der nationalen und internationalen Gänseforschung. Zudem nimmt sie zu aktuellen Themen auch wissenschaftlich fundiert in Resolutionen, Fachveröffentlichungen und öffentlichen Auftritten Stellung.
Die Fachgruppentreffen dienen der Vorstellung und Diskussion von neuen Forschungsergebnissen und sind natürlich auch Treffpunkt für viele Aktive, die hier neue Projekte besprechen wollen und gemeinsame Pläne schmieden.
15. DO-G Gänsetagung 2013: Treffen in Milow
Das 15. Treffen der DO-G Fachgruppe "Gänseökologie" fand vom 08.-10.03.2013 in der Jugendherberge Milow (Havelland, Brandenburg) statt. Einen Themenschwerpunkt dieser gemeinsam mit dem DDA organisierten Tagung stelle "Monitoring der Gänse" in Deutschland dar. Weiterhin gab es zahlreiche Vorträge und Berichte über laufende Forschungsvorhaben (geese.org, Arktisforschung usw.). Die Exkursion ins Havelland war durch starken Schneefall gekennzeichnet. Dennoch gelang es einigen Unermüdlichen, eine Halsbänder von Gänsen und Schwänen abzulesen. Neben Bläss-, Saat- und Graugänsen sowie zahlreichen Singschwänen waren auch einige Kraniche im Schnee zu beobachten. Weitere Informationen, Bilder und Tagungsprogramm finden Sie hier.

Berlin: Gänse zwingen Flugzeug zur Notlandung
Kollisionen zwischen Flugzeugen und ziehenden Gänsen sind schon längere Zeit als Problem bekannt. Allerdings kommt es recht selten vor. Ende November 2012 musste jedoch ein Airbus 321 kurz nach dem Start in Berlin Tegel notlanden, weil Gänse in die Triebwerke geraten waren. Angesichts der großen Zahl rastender Gänse in Norddeutschland ist es erstaunlich, dass dies nicht öfter passiert. Lesen Sie über die aktuelle Kollision hier mehr.
Nebel: Gänse verirren sich im Nebel
Bei einer intensiven Nebellage haben sich am 15.11.2012 zahlreiche Gänse- und Kranichtrupps im Nebel verirrt. Bei Landungen auf Straßen und Autobahnen kamen viele Vögel zu Tode. Das Landesumweltamt in Brandenburg erklärt dies damit, dass sich die Vögel im Nebel an Landschaftsstrukturen wie z.B. den Straßen orientiert hätten. Viele hätten wohl dann eine Notlandung versucht. Das LUA sammelt Informationen, Ansprechpartner ist Dr. Torsten Langgemach.
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Brutvorkommen der Graugans
Überall ist es jetzt wieder soweit: die ersten Graugansküken sind geschlüpft und machen sich mit ihren Eltern auf den Weg. Nachdem die Graugans in Westdeutschland schon Ende des 19. Jahrhunderts ausgestorben war, wurde sie ab den 1970er Jahren von Jägern und Gänsefreunden überall wieder angesiedelt. Oftmals waren diese Versuche erfolgreich und Graugänse sind heut wieder fester Bestandteil der norddeutschen Feuchtgebiete. In wieweit sich bei diesen Auswilderungsprojekten auch natürlich wandernde Populationen entwickelt haben, ist weitgehend unbekannt.
Für die Gänseforschung ist es interessant, einen möglichst umfassenden Überblick über die Verbreitung der Graugans zu erhalten. Beobachter von Graugansfamilien werden daher gebeten, diese beim Dachverband Deutscher Avifaunisten in der Internetplattform www.ornitho.de zu melden.
14. Treffen der Fachgruppe Gänseökologie
Vom 18.-20.11.2011 fand im Naturkundemuseum Osnabrück das 14. Treffen der Fachgruppe "Gänseökologie" der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (DO-G) statt. Vorträge über die aktuellen Forschungsprojekte in der Arktis stehen ebenso auf dem Programm wie Beiträge aus den Gänseregionen Deutschlands und Diskussionen zu aktuellen Fragen der Gänseforschung und des Gänseschutzes.
Weitere Informationen zur Tagung finden Sie hier.
Hier finden Sie jetzt auch das Tagungsprogramm als PDF!

3. Zugvogeltage im Wattenmeer 22.-30.10.2011
Herbst im Wattenmeer: Millionen von Brutvögeln aus der arktischen Tundra, aus Nordeuropa und dem Baltikum treffen ein, um hier zu rasten und sich fit zu machen für den Weiterflug in ihre Überwinterungsgebiete in Südeuropa und Afrika. Riesige Schwärme von Watvögeln vollführen eindrucksvolle Flugmanöver über dem Watt, die Rufe von Ringel- und Nonnengänsen erfüllen die Luft, Trupps kleiner Limikolen laufen auf der Suche nach Futter geschäftig am Strand herum, Schwärme von ziehenden Singvögeln fallen in die beerentragenden Büsche auf den Inseln ein. Zu den Zugzeiten gibt es kaum ein Gebiet mit größerem Vogelreichtum als das Wattenmeer.
Eine Vielzahl von Veranstaltungen, Vorträge, Exkursionen, Wanderungen, Kutsch- und Kutterfahrten finden in dieser Zeit statt. Besuchen Sie die Internetseite der Zugvogeltage!
Niedersachsen: Kritik an Gänsejagd
Die neuen Jagdregelungen auf Wildgänse in Niedersachsen stoßen auf Kritik der Gänseforschung. Im Rahmen der Landespressekonferenz im niedersächsischen Landtag bekräftigten die Vertreter der Projektgruppe Gänseökologie erneut ihre Kritik an den Regelungen. Insbesondere der unausweichliche Abschuß auch geschützter und z.T. massiv bedrohter Gänsearten wie z.B. der Zwerggans, muss sich nach Ansicht der Wissenschaftler in den gesetzlichen Vorgaben spiegeln: kann ein Jäger selbst bei bestem Willen und aureichender Ausbildung diese Arten während der Jagdausübung nicht unterscheiden, muss die Jagdzeitenverordnung diesem Rechnung tragen. Eine Jagd auf Blessgänse, Saatgänse, Grau- oder Kanadagäse ist nach deutschem Recht und im Hinblick auf die internationalen Artenschutzkonventionen nicht statthaft, wenn damit der Abschuß von Zwerggans, Rothalsgans, Nonnengans, Kurzschnabelgans oder Ringelgans in Kauf genommen werden. Ggf. muss der Gesetzgeber Jagdzeiten so gestalten, dass Verwechslungen ausgeschlossen sind oder die Jagdzeiten aufheben.
Erneut erläuterten die Gänseforscher auch, warum Jagd keine Schäden in der Landwirtschaft reduziert, sondern diese vielmehr verstärkt. Lesen Sie mehr.
Projektgruppe nimmt Stellung zu Gänsen in Nordrhein-Westfalen
Im Gegensatz zu den arktischen Gänsen leben Grau-, Kanada- und Nilgans auch im Sommerhalbjahr bei uns. Während die Graugans vor 200 Jahren in Deutschland nahezu ausgerottet wurde und erst in den 1980er Jahren im Rahmen von Aussetzungsprojekten wieder heimisch werden konnte, stellen Kanada- und Nilgänse sogenannte "Neubürger" dar. Sie sind die Nachkommen von ehemaligen Gehegevögeln, die versehentlich oder vorsätzlich in die Freiheit entkamen und sich heute überall als Wildtiere etabliert haben. Sie besiedeln viele Gewässer und suchen auf Rasenflächen ihre Nahrung. Oftmals kommt es daher zu Konflikten, insbesondere wenn die Gänse die profitablen Rasenflächen in Parks oder Badeanlagen aufsuchen. Aufgrund der Forderung nach einer massiven Bestandsreduktion, die in den vergangenen Monaten in Nordrhein-Westfalen und auch in anderen Bundesländern aufkam, sah sich die Projektgruppe Gänseökologie aufgefordert, diese in einen fachlichen Kontext zu setzen. Laden Sie die vollständige Stellungnahme als PDF-Datei unten.
Neu: Tagungsband Gänseökologie 2006

Im Febuar 2006 fand die Projektgruppentagung der Gänseökologie in Xanten am Niederrhein statt. Ein Teil der Tagungsbeiträge sind jetzt als Tagungsband in der Zeitschrift "Charadrius" erschienen. Das Einzelheft kostet 20€ zzgl. Versand und kann bei der NWO c/o Veronika Huisman-Fiegen, Leydelstraße 26, 47802 Krefeldde bestellt werden. Folgende Beiträge sind dabei im Heft enthalten:
* Volkhard Wille, Daniel Doer & Mareike Hackstein: Bestandsentwicklung der arktischen Wildgänse in Nordrhein-Westfalen von 1997/1998 bis 2003/2004
* Stefan R. Sudmann & Daniel Doer: Rastbestände nichtarktischer Gänse und Halbgänse in Nordrhein-Westfalen 1998/1999 bis 2003/2004
* Martin Schlüpmann: Kanadagans Branta candensis und Zwergkanadagans B. hutchinsii in Hagen – Beobachtungen bis 2005
* Stefan R. Sudmann: Übersicht zum Brutbestand der Weißwangengans Branta leucopsis in Nordrhein-Westfalen
* Johan H. Mooij & Thomas Heinicke: Neue Erkenntnisse zum Auftreten und Schutz der Zwerggans Anser erythropus in Deutschland
* Kees Koffijberg: Zwerggänse Anser erythropus in den Niederlanden
* Helmut Kruckenberg: Zugverhalten markierter Blässgänse Anser albifrons in Westeuropa – erste Ergebnisse und Ausblicke auf weitere Untersuchungen
* Johan H. Mooij: Vogelgrippe (klassische Geflügelpest) und Zugvögel: Wie gefährlich ist H5N1?





