Deutsche Ornithologen Gesellschaft Projektgruppe Gänseökologie
Die Projektgruppe Gänseökologie der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (DO-G) ist ein Zusammenschluss von ehrenamtlich und professionell arbeitenden Gänseexperten. Die Projektgruppe beschäftigt sich auf regelmäßigen Treffen mit aktuellen Themen aus der nationalen und internationalen Gänseforschung. Zudem nimmt sie zu aktuellen Themen auch wissenschaftlich fundiert in Resolutionen, Fachveröffentlichungen und öffentlichen Auftritten Stellung.
Die Projektgruppentreffen dienen der Vorstellung und Diskussion von neuen Forschungsergebnissen und sind natürlich auch Treffpunkt für viele Aktive, die hier neue Projekte besprechen wollen und gemeinsame Pläne schmieden.
13. Projektgruppentreffen Wingst 2010
Die seit 1994 bestehende Projektgruppe Gänseökologie der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft trifft sich in regelmäßigen Abständen zu Fachtagungen, auf denen Ergebnisse laufender Projekte vorgestellt werden und die darüber hinaus dem Erfahrungsaustausch und der Entwicklung gemeinsamer Projekte ehrenamtlicher und professioneller Wasservogelforscher dienen sollen.
Das 13. Projektgruppentreffen wird Anfang Februar in der Jugendherberge in Wingst (Landkreis Cuxhaven) stattfinden. Die Tagungsexkursion wird mit dem Vogelkiekerbus in das benachbarte Nordkehdinger Land führen. Im Zentrum der Vorträge sollen auf diesem Treffen Untersuchungen zu bei uns brütenden Gänsearten stehen. Ein weiteres Thema wird die Nonnengans und deren Bestandsentwicklung sein, die eine hochinteressante Diskussion verspricht.
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Niedersachsen: Kritik an Gänsejagd
Die neuen Jagdregelungen auf Wildgänse in Niedersachsen stoßen auf Kritik der Gänseforschung. Im Rahmen der Landespressekonferenz im niedersächsischen Landtag bekräftigten die Vertreter der Projektgruppe Gänseökologie erneut ihre Kritik an den Regelungen. Insbesondere der unausweichliche Abschuß auch geschützter und z.T. massiv bedrohter Gänsearten wie z.B. der Zwerggans, muss sich nach Ansicht der Wissenschaftler in den gesetzlichen Vorgaben spiegeln: kann ein Jäger selbst bei bestem Willen und aureichender Ausbildung diese Arten während der Jagdausübung nicht unterscheiden, muss die Jagdzeitenverordnung diesem Rechnung tragen. Eine Jagd auf Blessgänse, Saatgänse, Grau- oder Kanadagäse ist nach deutschem Recht und im Hinblick auf die internationalen Artenschutzkonventionen nicht statthaft, wenn damit der Abschuß von Zwerggans, Rothalsgans, Nonnengans, Kurzschnabelgans oder Ringelgans in Kauf genommen werden. Ggf. muss der Gesetzgeber Jagdzeiten so gestalten, dass Verwechslungen ausgeschlossen sind oder die Jagdzeiten aufheben.
Erneut erläuterten die Gänseforscher auch, warum Jagd keine Schäden in der Landwirtschaft reduziert, sondern diese vielmehr verstärkt. Lesen Sie mehr.
Projektgruppe nimmt Stellung zu Gänsen in Nordrhein-Westfalen
Im Gegensatz zu den arktischen Gänsen leben Grau-, Kanada- und Nilgans auch im Sommerhalbjahr bei uns. Während die Graugans vor 200 Jahren in Deutschland nahezu ausgerottet wurde und erst in den 1980er Jahren im Rahmen von Aussetzungsprojekten wieder heimisch werden konnte, stellen Kanada- und Nilgänse sogenannte "Neubürger" dar. Sie sind die Nachkommen von ehemaligen Gehegevögeln, die versehentlich oder vorsätzlich in die Freiheit entkamen und sich heute überall als Wildtiere etabliert haben. Sie besiedeln viele Gewässer und suchen auf Rasenflächen ihre Nahrung. Oftmals kommt es daher zu Konflikten, insbesondere wenn die Gänse die profitablen Rasenflächen in Parks oder Badeanlagen aufsuchen. Aufgrund der Forderung nach einer massiven Bestandsreduktion, die in den vergangenen Monaten in Nordrhein-Westfalen und auch in anderen Bundesländern aufkam, sah sich die Projektgruppe Gänseökologie aufgefordert, diese in einen fachlichen Kontext zu setzen. Laden Sie die vollständige Stellungnahme als PDF-Datei unten.
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Neu: Tagungsband Gänseökologie 2006
Im Febuar 2006 fand die Projektgruppentagung der Gänseökologie in Xanten am Niederrhein statt. Ein Teil der Tagungsbeiträge sind jetzt als Tagungsband in der Zeitschrift "Charadrius" erschienen. Das Einzelheft kostet 20€ zzgl. Versand und kann bei der NWO c/o Veronika Huisman-Fiegen, Leydelstraße 26, 47802 Krefeldde bestellt werden. Folgende Beiträge sind dabei im Heft enthalten:
* Volkhard Wille, Daniel Doer & Mareike Hackstein: Bestandsentwicklung der arktischen Wildgänse in Nordrhein-Westfalen von 1997/1998 bis 2003/2004
* Stefan R. Sudmann & Daniel Doer: Rastbestände nichtarktischer Gänse und Halbgänse in Nordrhein-Westfalen 1998/1999 bis 2003/2004
* Martin Schlüpmann: Kanadagans Branta candensis und Zwergkanadagans B. hutchinsii in Hagen – Beobachtungen bis 2005
* Stefan R. Sudmann: Übersicht zum Brutbestand der Weißwangengans Branta leucopsis in Nordrhein-Westfalen
* Johan H. Mooij & Thomas Heinicke: Neue Erkenntnisse zum Auftreten und Schutz der Zwerggans Anser erythropus in Deutschland
* Kees Koffijberg: Zwerggänse Anser erythropus in den Niederlanden
* Helmut Kruckenberg: Zugverhalten markierter Blässgänse Anser albifrons in Westeuropa – erste Ergebnisse und Ausblicke auf weitere Untersuchungen
* Johan H. Mooij: Vogelgrippe (klassische Geflügelpest) und Zugvögel: Wie gefährlich ist H5N1?




